Insolvenz allgemein

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Einfach gesagt handelt es sich bei einer Insolvenz um eine Zahlungsunfähigkeit von Privatpersonen oder auch Unternehmen. Somit kann der Schuldner die jeweiligen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr leisten und ist also insolvent. Er kann sich aus eigener Kraft nicht mehr aus der Schuld befreien oder auch lösen (lateinisch solvere = lösen).

Die Gründe für eine Insolvenz können sehr unterschiedlich sein. Nicht immer ist der Schuldner in diese Situation geraten, weil er falsch kalkuliert oder sich übernommen hat. So gibt es auch unkalkulierbare Einflussfaktoren, die zu einer Zahlungsunfähigkeit führen können. Sobald diese festgestellt wurde, muss der Geschäftsführer eines Unternehmens einen Antrag auf die Eröffnung eines sogenannten Insolvenzverfahrens stellen. Aber auch Gläubiger eines Unternehmens haben das Recht einen solchen Antrag zu stellen. Früher waren diese Insolvenzverfahren lediglich für Unternehmen vorgesehen.

Für genauere Fragen sollten Sie einen Schuldnerberater Mainz zu Rate ziehen.

Insolvenz allgemein und ein paar Infos zu Schulden

Insolvenz allgemein und ein paar Infos zu Schulden

Seit dem Jahr 1999 ist es nun aber auch möglich, als Privatperson ein solches zu beantragen. In beiden Fällen sind die jeweiligen Verfahren in der sogenannten Insolvenzordnung, kurz InsO, geregelt. Die Privatinsolvenz, häufig auch Verbraucherinsolvenz genannt, gibt auch ehemaligen Selbstständigen oder auch Kleingewerbebetrieben die Chance einen solchen Antrag zu stellen. Die Voraussetzung ist jedoch, dass keine offenen Verpflichtungen mehr gegenüber ehemaligen Arbeitnehmern bestehen und die jeweiligen Vermögensverhältnisse leicht überschaubar sind. Mit überschaubar ist gemeint, dass es in dem jeweiligen Fall nicht mehr als 20 Gläubiger gibt.

 

Abwicklung der noch bestehenden Verbindlichkeiten

Grundsätzlich ist das Insolvenzverfahren ein Instrument, um die noch bestehenden Verbindlichkeiten geregelt abzuwickeln. Vor der Eröffnung wird zunächst geprüft, ob überhaupt die Möglichkeit besteht, ein ordnungsgemäßes Verfahren durchzuführen. Hierfür wird eine sogenannte Insolvenzmasse benötigt. Hierbei handelt es sich um ein Guthaben, dass dafür verwendet werden kann, um einen Teil der Forderungen zu begleichen. Die Abwicklung des Verfahrens wird von einem sogenannten Insolvenzverwalter organisiert. Dieser erhält, anstelle des Schuldners, die Berechtigung, über das verbliebene Vermögen zu verfügen. Der Schuldner gibt mit Eröffnung des Verfahrens dieses Recht ab und kann nicht mehr selbst über sein Kapital bestimmen.

Die Gläubiger hingegen haben die Möglichkeit, die offenen Forderungen in einer sogenannten Insolvenztabelle anzumelden. Diese wird dann dem Insolvenzverwalter dargelegt und dieser stellt sie zur Tabelle fest. Zudem wird auch eine Insolvenzquote erstellt, indem ein Verhältnis zwischen der noch vorhandenen Masse und der Summe aller vorhandenen Insolvenzforderungen aufgestellt wird. Für die Gläubiger besteht also die Gefahr, dass sie die zur Tabelle ermittelten Forderungen nur zu einem bestimmten Prozentsatz erhalten der zumeist dann auch nur sehr gering ausfällt. Der Schuldner dagegen kann durch ein erfolgreich durchgeführtes Insolvenzverfahren von allen Verbindlichkeiten, die er nicht mehr begleichen kann, befreit werden und einen neuen Anfang wagen. Somit dient das Insolvenzverfahren zum einen dem Gläubigerschutz und zum anderen dem Schuldnerschutz.

 

Insolvenz allgemein – Insolvenzverschleppung

Wenn eine Insolvenzverschleppung stattfindet, wird dies von der InsO unter Strafe gestellt. So kann der Gläubiger geschützt werden, wenn sich eine drohende Insolvenz andeutet. Wenn nachgewiesen werden kann, dass die Insolvenz vorsätzlich verschleppt wurde, kann dies zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren führen. Auch handelt es sich um eine Insolvenzverschleppung, wenn ein Unternehmen, trotz offensichtlicher Zahlungsunfähigkeit, keinen Insolvenzantrag stellt. Denn so würde der Schuldner die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gefährden und bewusst eventuell zusätzlich entstehende Verbindlichkeiten in Kauf nehmen. Privatpersonen sind dagegen nicht verpflichtet einen Insolvenzantrag zu stellen und müssen damit auch keine Strafe befürchten.

 

Wie ist die Sachlage, wenn ein Insolvenzantrag wegen nicht vorhandener Masse abgelehnt wird?

Wenn ein Insolvenzverfahren abgelehnt wird, weil nicht ausreichend Masse vorhanden ist, wird der Schuldner in einem speziellen Verzeichnis vermerkt. Das bedeutet, dass er als komplett vermögenslos eingestuft wird. Um zu verhindern, dass eine vermögenslose juristische Person weiterhin Geschäfte machen kann, wird die Eintragung im Handelsregister gelöscht. Auch kann es nach der Ablehnung eines Insolvenzverfahrens zu einer sogenannten Einzelvollstreckung kommen. Vielleicht interessiert Sie auch die Zwangsvollstreckung?